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Gartenkalender

Gartenkalender August – zwischen Hochsommer und erstem Herbsthauch

Lesedauer: 10 Min. Schwierigkeit: Leicht bis Mittel Saison: August
Spätsommerlicher Garten im August mit reifen Tomaten, blühenden Dahlien und üppigem Gemüsebeet

August im Garten – die letzten Sommerwochen nutzen und gleichzeitig den Herbst vorbereiten.

August – der Sommer neigt sich dem Ende entgegen, auch wenn die Temperaturen es oft noch nicht ahnen lassen. Die Tage werden sichtlich kürzer, die Nächte schon merklich frischer, und im Garten gibt es zwei Dinge gleichzeitig zu tun: den Spätsommer in vollen Zügen auskosten und den Herbst beherzt vorbereiten. Die Hecke wartet auf ihren letzten Schnitt des Jahres, die Erdbeeren möchten neu gepflanzt werden, und wer jetzt Blumenzwiebeln bestellt, feiert im kommenden Frühjahr eine rauschende Party im Beet. Wir zeigen, was im August wirklich ansteht.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Immergrüne Hecken (Thuja, Eibe, Kirschlorbeer) jetzt schneiden – der ideale Termin im Jahr
  • Erdbeeren für die nächste Saison pflanzen – je früher im August, desto besser
  • Frühjahrsbluehende Blumenzwiebeln bestellen, erste Herbstzwiebeln (Herbstzeitlose, Herbstkrokus) setzen
  • Dahlien regelmäßig ausgeizen und als Schnittblumen ernten
  • Tomaten: Triebspitzen kappen für die letzten Reifeschub
  • Herbstgemüse (Spinat, Feldsalat, Wintermöhren) noch bis Mitte August säen
  • Rasen: Spätestens Ende August mit Herbstrasenmünger versorgen
  • Erste Gehflocke und Stauden-Rückschnitt nach der Blüte

Hecken schneiden – jetzt der beste Termin im Jahr

Der August, genauer gesagt der Zeitraum zwischen Mitte August und Anfang September, gilt unter Gärtnern als der ideale Schnittzeitpunkt für immergrüne Hecken. Die Brutzeit der Vögel ist beendet, der starke Sommertrieb abgeschlossen – ein Schnitt jetzt sitzt noch lange.

Wichtig: gesetzlicher Vogelschutz endet

Zwischen dem 1. März und dem 30. September ist ein radikaler Rückschnitt von Hecken gesetzlich verboten (§ 39 Bundesnaturschutzgesetz). Was jedoch ganzjährig erlaubt bleibt, ist der schonende Form- und Pflegeschnitt. Ab Mitte August sinkt das Risiko brutürender Vögel erheblich – schau trotzdem kurz nach, bevor du zur Heckenschere greifst.

Welche Hecken jetzt geschnitten werden

Thuja, Zypresse & Scheinzypresse

Immergrüne Nadelhecken wachsen im August kaum noch nach – ein jetzt gesetzter Schnitt hält damit bis ins nächste Frühjahr. Niemals ins alte, braune Holz schneiden: Thuja und Co. treiben dort nicht mehr aus.

Schnitt: Mitte August bis Anfang September

Thuja

Kirschlorbeer & Eibe

Kirschlorbeer verträgt einen kräftigen Rückschnitt und schließt bis zum Frost noch schön durch. Bei Eiben (Taxus) immer die Trapezform einhalten: unten breiter als oben, damit die unteren Zweige genügend Licht bekommen.

Schnitt: August bis Anfang September

Kirschlorbeer

So gelingt der Schnitt

  • Bewölkten Tag wählen: Frisch geschnittene Triebspitzen verbrennen in der prallen Augustsonne schnell – ein bedeckter Tag oder der Abend ist ideal.
  • Trapezform schneiden: Unten etwas breiter als oben, damit Licht bis zu den bodennahen Zweigen kommt und die Hecke nicht von unten verkahlt.
  • Scharfes Werkzeug: Saubere Schnitte heilen schneller und sehen besser aus als ausgefranste Kanten.

Erdbeeren pflanzen – jetzt für die nächste Saison

Der August ist der ideale Pflanzmonat für neue Erdbeerstauden – und zwar nicht im Herbst, nicht im Frühjahr, sondern jetzt. Wer seine Jungpflanzen bis Mitte August setzt, erntet im nächsten Jahr eine volle Ernte statt eines spärlichen Antestens.

Warum gerade jetzt?

Bis zum Herbst hat die Jungpflanze noch ausreichend Zeit, ein crwachsenes Wurzelsystem aufzubauen, bevor sie in den Winterschlaf geht. Im Fruhjahr gepflanzte Erdbeeren liefern im selben Jahr kaum Ertrag – die Energie fließt in den Aufbau, nicht in die Frucht. Im August gepflanzte Stauden starten dagegen bestens vorbereitet in ihre erste volle Saison.

  1. Standort wählen: Erdbeeren brauchen volle Sonne und einen humosen, durchlässigen Boden. Staunasse Stellen unbedingt vermeiden – hier entstehen schnell Wurzelfaulnis und Grauschimmel.
  2. Altes Beet räumen: Erdbeeren gehören nach drei bis vier Jahren ausgetauscht und sollten frühestens nach sechs Jahren an denselben Standort zurückkehren – sonst nimmt die Erntemenge spürbar ab.
  3. Pflanzen: Das Herzstück (der Vegetationskegel in der Mitte) muss genau auf Höhe der Erdoberfläche sitzen – nicht zu tief, nicht zu hoch. Abstand: ca. 30×40 cm.
  4. Gießen und mulchen: Direkt nach dem Pflanzen kräftig angießen und mit Stroh mulchen, das hält die Feuchtigkeit und hält später die Früchte sauber.

Ausläufer der eigenen Pflanzen verwenden

Hast du im Juli die kräftigsten Ausläufer deiner Erdbeeren in kleine Töpfe bewurzelt, sind das jetzt fertige Jungpflanzen für dein neues Beet – kostenlos und sortenecht. Alternativ bietet unser Shop bewurzeltes Jungpflanzenmaterial, das direkt ins Freilandbeet kommt.

Blumenzwiebeln – jetzt bestellen, bald pflanzen

Wer im nächsten Frühjahr ein leuchtendes Beet möchte, muss jetzt aktiv werden. Der August ist die Zeit, um Frühjahrszwiebeln zu bestellen – und zwei besondere Herbstblüher sogar schon in die Erde zu bringen.

Was jetzt schon gepflanzt werden kann

Herbstzeitlose (Colchicum)

Die Herbstzeitlose ist ein kleines Wunder: Sie blüht bereits wenige Wochen nach der Pflanzung – ganz ohne Blätter, die kommen erst im Folgejahr. Ihre violett-rosa Blüten leuchten im September wie aus dem Nichts auf. Ab Mitte August setzen, sonnig bis halbschattig, 10 cm tief.

Pflanzzeit: ab Mitte August | Blüte: September

Herbstzeitlose

Herbstkrokus (Crocus speciosus)

Nicht zu verwechseln mit dem Frühjahrskrokus – der Herbstkrokus blüht bereits im September und Oktober in zarten Violett-Tönen. Er verwildert mit den Jahren zuverkässig und bildet größere Teppiche, die sich fast von selbst vermehren.

Pflanzzeit: August | Blüte: September bis Oktober

Herbstkrokus

Frühjahrszwiebeln jetzt bestellen

Tulpen, Narzissen, Krokusse, Schneeglöckchen und Allium werden erst ab September in die Erde gebracht – aber die begehrten Sorten sind im Handel oft schnell vergriffen. Wer jetzt bestellt, sichert sich die Schönsten und kann in Ruhe planen, welche Farbkombinationen im nächsten Frühjahr blühen sollen.

Gärtner Harry gibt einen Tipp

Der Grüne Tipp®

„Beim Blumenzwiebel-Pflanzen gilt: Die Zwiebel mag es dreimal so tief wie sie selbst hoch ist. Wer sich das merkt, liegt immer richtig – egal ob Krokus oder große Triumphtulpe. Und immer ein paar Zwiebeln in einen Topf setzen, dann hast du auch auf dem Balkon im Frühjahr ein kleines Farbfeuerwerk.“

Dahlien – Hochsaison für die Königin des Spätsommers

Im August liefern Dahlien auf ganzer Linie – voluminöse Blütenbälle, leuchtende Seerosendahlien, zierliche Pompon-Sorten. Wer jetzt regelmäßig pflegt und erntet, holt das Maximum aus seinen Pflanzen heraus.

Richtig pflegen und schneiden

  • Ausgeizen: Seitentriebe an der Hauptachse entfernen, die direkt unterhalb der Blüte sitzen – das lenkt die Kraft in größere, einzelne Blüten. Bei kleinblütigen Sorten (Pompon, Kaktus) ist das nicht nötig.
  • Verblühtes sofort entfernen: Wie bei Rosen gilt auch bei Dahlien: Wer regelmäßig schneidet, animiert die Pflanze zur Neubildung. Dabei tief ins Stielende schneiden, immer bis zum nächsten Blattpaar.
  • Als Schnittblume ernten: Am besten morgens schneiden und die Stiele sofort in Wasser stellen – dann halten sie in der Vase bis zu zehn Tage.
  • Stützen kontrollieren: Die schweren Blütenköpfe ziehen nach Regengüssen schnell nach unten. Stiele locker, aber sicher nachbinden.

Gießen und Düngen im August

Dahlien sind Starkzehrer und Dürstige zugleich. Im August regelmäßig und gleichmäßig gießen, Trockenheit führt schnell zu hängenden Blüten. Die letzte Kaligabe spätestens Ende August – Kalium stärkt das Gewebe und hilft der Knolle, gut in die Winterruhe zu gehen.

Tomaten & Gemüse – die letzte Runde einläuten

Im August wechselt der Gemüsegarten in den Endspurt-Modus. Die große Ernte läuft, und gleichzeitig gibt es ein paar Handgriffe, die den letzten großen Reifeschub sichern.

Triebspitzen kappen – die Ernte beschleunigen

Ab Mitte August lohnt es sich, die oberen Wachstumspitzen der Tomatenpflanzen abzuschneiden. Neue Blüten werden bis zum Frost ohnehin keine Früchte mehr ausreifen – die Pflanze soll ihre verbliebene Energie jetzt voll in die bereits angelegten Tomaten stecken. Das beschleunigt die Reife der grünen Früchte deutlich.

Kraut- und Braunfäule im Blick behalten

Kühle, feuchte Nächte im Spätsommer sind ideal für Phytophthora infestans, den Erreger der gefürchteten Kraut- und Braunfäule. Erste Anzeichen sind braune Flecken auf den Blättern, die sich rasch ausbreiten. Vorbeugung: gutes Lüften unterm Foliendach, Blätter nie benetzen, befallene Triebe sofort entfernen und im Restmüll entsorgen (nicht kompostieren).

Grüne Tomaten retten

Wenn der erste Frost sich ankündigt, noch grüne Tomaten einfach pflücken und in einer Kiste bei Zimmertemperatur ausreifen lassen – kein direktes Sonnenlicht nötig, das beschleunigt höchstens das Weichwerden. Ein Apfel dazulegen: Der natürlich abgegebene Reifungsstoff lässt die Tomaten schneller nachröten.

Herbstgemüse noch säen – die letzte Chance

Wer bis Mitte August sät, holt noch eine volle Herbsternte. Danach reicht die Zeit für viele Sorten nicht mehr aus. Jetzt zählt also jeder Tag.

Was bis Mitte August noch säbar ist

  • Feldsalat: Einer der robustesten Herbst- und Wintersalate – verträgt leichten Frost und liefert noch bis in den Dezember frische Blätter. Direktsaat dünn streuen, kaum bedecken (Lichtkeimer).
  • Spinat: Wächst auch bei kühleren Temperaturen gut. Ab Mitte September kann man die ersten Blätter pflücken, im Oktober kommt die Haupternte.
  • Asia-Salate: Pak Choi, Mizuna und Tatsoi wachsen bei Herbsttemperaturen sogar besonders gut – die Kühle macht sie knackiger und schmackhafter.
  • Radieschen: Gelingen in vier bis sechs Wochen, lassen sich also noch bis Ende August säen und vor dem ersten Frost ernten.
  • Grünkohl & Mangold: Grünkohl wird nach dem ersten Frost sogar milder – jetzt noch säen oder Jungpflanzen setzen.

Freigewordene Beete sofort nutzen

Sobald Salat, Erbsen oder Radieschen geerntet sind, das Beet nicht brach liegen lassen. Entweder direkt nachbesäen oder eine Gründüngung (Phacelia, Buchweizen) einsiäen – das hält Unkraut nieder, lockert den Boden und reichert ihn mit organischem Material an.

Rasen im August – jetzt für den Herbst vorbereiten

Der Rasen hat im Hochsommer oft gelitten – Trockenheit, Hitze und intensive Nutzung hinterlassen Spuren. Der August ist der Monat, um Schäden zu beheben und die Grünfläche fit für den Herbst zu machen.

Was jetzt zu tun ist

  1. Kahle Stellen nachsiäen: Ab Mitte August sind die Bodentemperaturen noch warm genug für eine gute Keimung, und der Regen nimmt im Spätsommer zu – ideale Bedingungen für Rasennachsaat. Fläche aufrechen, säen, andrücken, feucht halten.
  2. Herbstdünger geben: Spätestens Ende August mit einem kalireichen Herbst-Rasendünger versorgen. Hoher Kaliumanteil härtet das Gras für den Winter ab. Stickstoffreicher Sommerdünger jetzt nicht mehr – das würde weiches, frostempfindliches Wachstum anregen.
  3. Schnitthöhe anheben: Im Sommer wurde oft kurz geschoren. Ab August den Rasen etwas länger wachsen lassen (5–6 cm), das schützt die Würzeln vor Frostschaden.

Vertikutieren: jetzt lieber nicht

Der Frühjahr und der Frühherbst (September) sind die richtigen Zeitpunkte für das Vertikutieren. Im August stresst das den bereits durch Hitze belasteten Rasen unnötig. Warte noch einen Monat, dann kommt der Rasen doppelt so gut wieder.

Erste Herbstsignale – den Spätsommer genießen

Ende August liegt eine besondere Stimmung über dem Garten. Die Sonnenunterhänge werden früher, die Morgen riechen anders – nach reifem Obst, nassem Laub, dem ersten Hauch von Herbst. Der Garten strahlt in seiner schönsten Spätsommerfarbe: Das Gelb der Sonnenbhüt, das Kräftige der Dahlien, das sanfte Lila der Astern, die sich langsam öffnen.

  • Stauden nach der Blüte zurückschneiden: Frühblüher wie Storchschnabel, Katzenminze und Rittersporn dürfen nach ihrer Hauptblüte bodennah zurück. Manches treibt noch einmal an und überrascht im Spätsommer mit einem zweiten, kleineren Flor.
  • Spätsommerstauden nicht anfassen: Sonnenhut (Echinacea), Fetthenne (Sedum), Herbstastern und Herbstanemonen blühen jetzt oder stehen kurz davor – diese Stauden in Ruhe lassen und genießen.
  • Samen sammeln: Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Stockrosen oder Tagetes jetzt Samen reifen lassen und trocknen – im nächsten Frühjahr säen und freuen.
Gärtner Harry gibt einen Tipp

Der Grüne Tipp®

„Der August hat mich schon immer etwas wehmütig gestimmt – man sieht den Sommer zu Ende gehen und will ihn festhalten. Dabei ist das Schöne am Gärtnern gerade dieser Rhythmus: Wer jetzt sät, pflanzt und bestellt, weiß, dass es weitergeht. Die nächste Saison beginnt schon in dem Moment, wo die letzte noch läuft.“

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