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Gartenkalender

Gartenkalender Mai – die Gartensaison startet durch

Üppiger Garten im Mai mit blühenden Stauden, Balkonblumen und frischem Gemüse

Mai im Garten – nach den Eisheiligen startet der große Pflanzmarathon

Mai – endlich! Der Monat, auf den alle Gartenfreunde das ganze Jahr gewartet haben. Wenn Mitte Mai die Eisheiligen vorbei sind, öffnen sich alle Schleusen: Tomaten raus, Balkonkästen rein, Sommerblumen pflanzen, Gemüsebeet vollständig bestücken. Gleichzeitig blüht der Garten, was das Zeug hält – Rhododendren, Flieder, erste Rosen. Der Mai ist der aufregendste Gartenmonat des Jahres, und wir zeigen dir, was jetzt Schritt für Schritt zu tun ist.
Inhalt
  1. Die Eisheiligen – wann ist wirklich Schluss mit Frost?
  2. Tomaten, Paprika & Co. auspflanzen
  3. Balkon und Terrasse bepflanzen
  4. Gemüsegarten im Mai: Vollgas auf ganzer Linie
  5. Rosen pflegen und düngen
  6. Rhododendren & Frühblüher nach der Blüte
  7. Rasenpflege im Mai
  8. Schädlinge & Krankheiten im Blick behalten

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Frostempfindliche Pflanzen erst nach den Eisheiligen (12.–15. Mai) dauerhaft ins Freie
  • Tomaten, Zucchini, Kürbis und Paprika jetzt einpflanzen – aber Abstand halten und gut stützen
  • Balkonkästen und Kübel mit Sommerblumen und Kräutern bepflanzen
  • Im Gemüsegarten direkt säen: Bohnen, Gurken, Mangold, Dill
  • Rosen nach dem ersten Austrieb düngen – jetzt legt sich der Grundstein für die Blüte
  • Rhododendren nach der Blüte ausgeizen und nicht mehr düngen
  • Schnecken und Blattläuse frühzeitig kontrollieren – je früher, desto weniger Schaden

Der Mai ist die Crux des Gartenjahres: Zu früh handeln, und der letzte Frost ruiniert die mühsam vorgezogenen Jungpflanzen. Zu lange warten, und die beste Pflanzzeit ist verstrichen. Wer den Mai im Griff hat, hat die halbe Gartensaison gewonnen. Dieser Ratgeber zeigt dir Monat für Monat genau, wann welche Aufgabe dran ist – für einen Garten, der im Sommer alle Blicke auf sich zieht.

Die Eisheiligen – wann ist wirklich Schluss mit Frost?

Die Eisheiligen (Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die „Kalte Sophie“) fallen auf den 11. bis 15. Mai. Meteorologisch handelt es sich um eine statistische Häufung von Kälteeinbrüchen in dieser Zeit, die durch polare Luftmassen aus Nordost entstehen. Aber Achtung: Die Eisheiligen sind eine Bauernregel, keine Garantie.

Eisheilige – die Fakten

Im Durchschnitt endet die Frostgefahr in Norddeutschland um den 15. Mai, in Süddeutschland und Lagen oberhalb von 500 m bis Mitte/Ende Mai. Auch danach sind vereinzelte Bodenfröste möglich. Im Zweifel: Abendwetterprognose checken und empfindliche Pflänzchen notfalls nochmal ins Haus holen. Ein Thermometer auf der Terrasse kostet wenig und rettet viel.

Gute Nachricht: Wer seine Jungpflanzen im April bereits abgehärtet hat – also tagsüber rausgestellt und nachts reingeholt –, der hat robuste Pflanzen, die einen kurzen Kälteeinbruch deutlich besser wegstecken. Ein Gartenvlies als Notfallschutz zu Hause zu haben, ist trotzdem keine schlechte Idee.

Gartenvlies Frühbeet

Tomaten, Paprika & Co. auspflanzen

Nach den Eisheiligen ist es so weit: Die Königsdisziplin des Gemüsegärtners – das große Auspflanzen der wärmeliebenden Sommergemüse. Tomaten, Paprika, Chili, Auberginen, Zucchini und Kürbis verlassen das schützende Gewächshaus oder die Fensterbank und ziehen in den Garten ein.

Tomaten richtig einpflanzen
1
Tiefer pflanzen als gedacht: Tomaten dürfen bis zu einem Drittel des Stängels in der Erde verschwinden – am vergrabenen Stängel bilden sich Wurzeln, was die Pflanze stabiler macht
2
Stab sofort einschlagen: Direkt beim Pflanzen, um Wurzelverletzungen später zu vermeiden. Stab auf der windabgewandten Seite einsetzen
3
Abstand einhalten: Mindestens 60 cm zwischen den Pflanzen, Reihenabstand 80 cm – Tomaten brauchen Luft, sonst droht Krautfäule
4
Gut angießen: Direkt nach dem Einpflanzen tüchtig wässern und in den ersten Tagen auf gleichmäßige Feuchtigkeit achten
5
Mulchen: Eine Schicht Stroh oder Grasschnitt um die Pflanzen hält Feuchtigkeit, hält den Boden warm und verhindert das Aufspritzen von Erde – das reduziert Pilzsporen auf den Blättern
Ausgeizen – ja oder nein?

Bei Rispentomaten und hochwachsenden Fleischtomaten solltest du die Seitentriebe (Geiztriebe) in den Blattachseln regelmäßig ausbrechen. Das lenkt die Energie in Früchte statt in Blattmasse. Busch- und Cocktailtomaten sowie Wildtomaten müssen nicht ausgegeizt werden – sie verzweigen von Natur aus buschig.

Tomaten
Nach den Eisheiligen auspflanzen. Veredelte Sorten sind widerstandsfähiger gegen Bodenpilze und ertragsstärker – besonders empfehlenswert für Gewächshäuser.
Abstand: 60–80 cm | Stab: mindestens 120 cm
Tomatenpflanzen
Paprika & Chili
Wärmeliebend und etwas langsamer als Tomaten. Vollsonne ist Pflicht. Paprika verträgt leichten Frost gar nicht – erst pflanzen, wenn die Nächte stabil über 10 °C bleiben.
Abstand: 40–50 cm | Standort: vollsonnig, windgeschützt
Paprikapflanzen
Zucchini & Kürbis
Wächst schnell und braucht viel Platz. Pro Pflanze mindestens 1 m² einplanen. Im Kübel funktioniert Zucchini ‘Patio Star’ kompakt und ertragreich.
Abstand: 80–100 cm | Kürbis: 150 cm
Zucchini
Der Grüne Tipp®
Gärtner Harry Tipp

„Wer Tomaten im Freien anbaut, sollte unbedingt auf gute Belüftung achten. Tomaten hassen feuchte Blätter – das ist der Hauptauslöser für die gefürchtete Krautfäule. Nie von oben gießen, immer von unten an den Wurzeln. Und wenn möglich: ein Regendach aus Folie über die Beetreihe spannt Wunder.“

Balkon und Terrasse bepflanzen

Der Mai ist die klassische Balkonpflanz-Zeit. Die Gärtnereien und Baumärkte haben ihr größtes Sortiment – und du hast die beste Auswahl. Wichtig: Auch für den Balkon gilt nach den Eisheiligen. Pelargonien, Petunien und Calibrachoa vertragen keinen Frost.

Balkonpflanzen nach Standort wählen

  • Vollsonne (Süd/West): Pelargonien, Portulakröschen, Gazanie, Verbene, Zauberglöckchen (Calibrachoa), Tagetes
  • Halbschatten (Ost/geschützt West): Begonien, Fuchsien, Impatiens (Fleißiges Lieschen), Diascia
  • Schatten (Nord/Ost): Fuchsien, hängende Begonien, Lobelie, Schattenpetunie
  • Kräuter für den Balkon: Basilikum, Schnittlauch, Thymian, Rosmarin, Minze – im Topf gut beherrschbar, frisch für die Küche
  • Kübelgemüse: Cocktailtomaten, Paprika, Salat, Radieschen – auch auf dem Balkon möglich mit dem richtigen Substrat
Kübel-Tipp: Richtig bepflanzen

Achte bei Balkonkästen auf gute Drainage – Wasserrückstau ist der häufigste Pflanzen-Killer. Hochwertige Kübelpflanzenerde mit Langzeitdünger sparen tägliches Nachdüngen. Geranien im Topf müssen täglich gegossen werden, im Hochsommer manchmal zweimal – rechne das in deinen Alltag ein.

Pelargonien Petunien Begonien Kübelpflanzenerde

Gemüsegarten im Mai: Vollgas auf ganzer Linie

Der Mai ist der vollste Monat im Gemüsegarten. Gleichzeitig sät du aus, pflanzt du ein, erntest du die Ersten und bereitest du die nächste Runde vor. Klingt viel – ist es auch. Aber wer jetzt den Überblick behält, der hat im Sommer die größte Ernte.

Gemüse-Fahrplan Mai

  • Direktsaat ins Freiland: Buschbohnen (erst nach den Eisheiligen), Gurken, Mangold, Dill, Fenchel, Pastinaken, Zweite Runde Möhren und Radieschen
  • Auspflanzen: Tomaten, Paprika, Zucchini, Kürbis, Süßmais (nach Eisheiligen), Brokkoli und Blumenkohl, Porree
  • Ernte beginnt: Radieschen, Salat, Spinat, Erbsen, Frühkartoffeln – erste Mahlzeiten aus dem eigenen Garten!
  • Pflege: Erdbeeren von Ausläufern befreien, wenn keine Vermehrung gewünscht; Erbsen anheften und stützen; Kartoffeln bei ca. 15 cm Wuchshöhe anhäufeln
Buschbohnen
Ab Ende Mai direkt säen, wenn der Boden wärmer als 12 °C ist. Reihenweise aussäen, leicht mit Erde bedecken. Keine Stütze nötig, trotzdem am besten von Wind geschützt aufstellen.
Saattiefe: 3–4 cm | Abstand: 8–10 cm in der Reihe
Bohnensaatgut
Gurken
Schlangengurken bevorzugen warmen, humusreichen Boden und viel Wasser. Rankgerüst aufstellen, bevor die Ranken zu lang werden. Im Gewächshaus gelingen sie besser als im Freiland.
Saattiefe: 2 cm | Abstand: 50 cm
Gurkenpflanzen
Erdbeeren pflegen
Jetzt Ausläufer entfernen, wenn die Pflanzen nur Früchte produzieren sollen. Stroh unter die Früchte legen – das hält Bodenpilze ab und hält die Früchte sauber. Erste Ernte bei Frühsorten!
Ernte: Juni (Frühsorten bereits im Mai)
Erdbeerpflanzen

Rosen pflegen und düngen

Im Mai knospen die Rosen und zeigen, was sie in der Saison leisten werden. Jetzt ist die wichtigste Pflegezeit: Wer jetzt richtig düngt und die ersten Schädlinge im Blick behält, kann sich im Juni über ein Rosenparadies freuen.

Rosenpflege im Mai
1
Erste Düngergabe: Spezial-Rosendünger oder Langzeit-Dünger Anfang Mai ausbringen und leicht einharken – das versorgt die Pflanze für die erste Hauptblüte
2
Läuse checken: Blattläuse sammeln sich bevorzugt an den jungen Triebspitzen. Bei geringem Befall einfach abstreifen oder mit einem starken Wasserstrahl abspülen
3
Auf Sternrusstau achten: Schwarze Flecken auf den Blättern? Befallene Blätter sofort entfernen und nicht kompostieren. Pflanzenstärkungsmittel auf Basis von Kalium-Bikarbonat vorbeugend einsetzen
4
Mulch erneuern: Eine 5–7 cm dicke Schicht Rindenmulch hält Feuchtigkeit, unterdrückt Unkraut und vermindert das Aufspritzen von pilzverseuchter Erde
Neue Rosen jetzt einpflanzen

Der Mai ist auch eine gute Zeit, um neue Rosen aus dem Container zu pflanzen. Das Pflanzloch sollte doppelt so groß sein wie der Wurzelballen. Tiefwurzelnde Rosen profitieren von gut gelockertem Unterboden. Beim Pflanzen die Veredelungsstelle (der kleine Knubbel am Stiel) etwa 5 cm unter die Erdoberfläche setzen – das schützt sie vor Frost.

Rosen entdecken Rosendünger Rindenmulch

Rhododendren & Frühblüher nach der Blüte

Rhododendren, Flieder, Forsythien und andere Frühjahrsblüher stehen im Mai in voller Pracht – oder kurz vor dem Ende der Blüte. Was jetzt nach der Blüte zu tun ist, entscheidet über den Blütenreichtum im nächsten Jahr.

Nachblüte-Pflege im Überblick

  • Rhododendron ausgeizen: Verblühte Stände direkt nach der Blüte ausbrechen (nicht abschneiden!). Das lenkt die Kraft in die Knospenbildung fürs nächste Jahr
  • Flieder: Verblühte Rispen zurückschneiden – knapp oberhalb der nächsten Blattknospe. Kein Schnitt in alte, verholzte Triebe jetzt
  • Forsythie: Wer einen Formschnitt machen möchte, macht das jetzt sofort nach der Blüte – danach nicht mehr im Jahr, da auf diesjährigen Trieben die Blütenknospen für nächstes Jahr gebildet werden
  • Rhododendron düngen: Direkt nach der Blüte einmalig mit Rhododendron-Spezial-Dünger (pH-Wert-senkend, kaliumarm) düngen – danach bis zum nächsten Frühjahr nicht mehr
  • Tulpen & Narzissen: Blätter stehen lassen, bis sie komplett vergilbt sind – die Zwiebeln brauchen die Zeit, um Energie für nächstes Jahr einzuspeichern
Rhododendren Rhododendron-Dünger

Rasenpflege im Mai

Im Mai wächst der Rasen auf Hochtouren – was bedeutet: mehr Mähen, mehr Gießen, mehr Aufmerksamkeit. Wer seinen Rasen jetzt regelmäßig pflegt, verhindert, dass er im Hochsommer unter Hitze und Trockenheit leidet.

Mährhythmus anpassen

  • Im Mai: mindestens einmal pro Woche mähen
  • Schnitthöhe: 4–5 cm – niemals unter 3 cm
  • Bei Trockenheit: höher stehenlassen (5–6 cm)
  • Grasschnitt mulchen spart Dünger

Gießen & Bewässerung

  • Morgens gießen, nicht abends (Pilzgefahr)
  • Selten und tief, statt täglich oberflächlich
  • Pro Woche 15–20 Liter pro m² bei Trockenheit
  • Bewässerungscomputer spart Wasser und Arbeit
Bewässerung

Düngen & Lücken schließen

  • Rasendünger mit Langzeitwirkung ausbringen
  • Kahle Stellen nochmals nachsäen
  • Unkraut jetzt ausstechen, bevor es blüht
  • Rasenrand mit Rasenkante sauber halten
Rasendünger

Schädlinge & Krankheiten im Blick behalten

Im Mai explodiert nicht nur das Pflanzenwachstum, sondern auch die Schädlingspopulation. Blattläuse, Schnecken, Raupen – alle starten gleichzeitig durch. Wer früh hinschaut, braucht weniger einzugreifen.

Schnecken
Nach Regennächten Jagd auf Schnecken machen. Barrieren aus Kaffeesatz, Steinmehl oder Kupferband helfen vorbeugend. Schneckenkorn auf Basis von Eisen-III-Phosphat ist bienenfreundlich und zugelassen im Biogarten.
Besonders gefährdet: Salat, Basilikum, Jungpflanzen
Schneckenschutz
Blattläuse
Stark befallene Triebspitzen ausbrechen oder mit Wasserstrahl abspülen. Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen fördern: keine Insektizide sprühen! Brennnesseljauche stärkt die Pflanzen und macht sie widerstandsfähiger.
Besonders gefährdet: Rosen, Bohnen, Kapuzinerkresse
Pflanzenstärkung
Mehltau
Weißer Belag auf Blättern entsteht durch trockene Luft bei gleichzeitig feuchtem Boden. Befallene Blätter entfernen und nicht kompostieren. Vorbeugend: gute Durchlüftung und Pflanzen nicht zu dicht setzen.
Besonders gefährdet: Stachelbeere, Gurke, Kürbis
Der Grüne Tipp®
Gärtner Harry Tipp

„Der beste Schädlingsschutz ist ein gesunder, artenreicher Garten. Wer Insektenhotels aufhängt, Wildblumen-Ecken lässt und auf breite Insektizideinsätze verzichtet, der hat natürliche Feinde im Garten, die viele Probleme von selbst lösen. Ein Marienkäfer frisst täglich bis zu 150 Blattläuse – besser als jedes Spritzmittel.“

Harrys Garten-Post

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