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Gartenkalender

Gartenkalender Juni – der Garten steht in voller Blüte

Lesedauer: 11 Min. Schwierigkeit: Leicht bis Mittel Saison: Juni
Sommergarten im Juni mit blühenden Rosen, farbenfrohen Staudenbeeten und sattem Grün

Juni im Garten – jetzt zündet die Sommerblüte das große Farbfeuerwerk.

Juni – jetzt zeigt der Garten, was in ihm steckt! Die Eisheiligen sind längst vorbei, die Nächte werden mild, und alles, was du im Frühjahr gepflanzt hast, läuft zur Hochform auf. Die Rosen bersten vor Knospen, die Stauden recken sich der Sonne entgegen, die ersten Erdbeeren leuchten rot. Der Juni ist kein Monat der großen Pflanzaktionen mehr – jetzt geht es ums Pflegen, Ernten und Genießen. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, womit du jetzt das Beste aus deinem Garten herausholst.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bei öfterblühenden Rosen Verblühtes ausschneiden und nachdüngen – das sichert die zweite Blüte
  • Hecken nur in Form schneiden – radikaler Rückschnitt ist von März bis September gesetzlich verboten (Vogelschutz)
  • Tomaten ausgeizen, anbinden und gleichmäßig von unten gießen
  • Erdbeeren und erste Beeren ernten – und das Erdbeerbeet nach der Ernte pflegen
  • Sommerblumen regelmäßig ausputzen (Verblühtes entfernen) für eine Dauerblüte bis zum Frost
  • Hohe Stauden rechtzeitig stützen, späte Blüher per „Chelsea Chop“ einkürzen
  • Bewässerung clever angehen: morgens, durchdringend, gemulcht
  • Johannistag (24. Juni): Rhabarber- und Spargelernte beenden

Rosen im Juni – Hochsaison im Beet

Der Juni ist der Rosenmonat. Jetzt öffnen sich die ersten großen Blüten, und die Königin des Gartens zeigt ihre ganze Pracht. Wer jetzt richtig pflegt, wird mit einer zweiten und sogar dritten Blüte belohnt – vorausgesetzt, es handelt sich um öfterblühende Sorten.

So pflegst du deine Rosen jetzt richtig

  1. Verblühtes ausschneiden: Bei öfterblühenden Rosen die welken Blüten bis zum ersten voll ausgebildeten fünfteiligen Laubblatt zurückschneiden. Das regt die Pflanze zu neuem Austrieb und einer zweiten Blüte an.
  2. Zweite Düngergabe: Nach der ersten Blüte noch einmal mit Rosen- oder Langzeitdünger versorgen. Letzte Gabe spätestens Mitte Juli – danach soll die Pflanze keine weichen Triebe mehr bilden, die der Frost gefährden würde.
  3. Blätter im Blick behalten: Sternrußtau (schwarze Flecken) und Mehltau treten jetzt gerne auf. Befallene Blätter sofort entfernen und nicht kompostieren. Blattläuse an den Triebspitzen einfach mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen.
  4. Von unten gießen: Rosen mögen keine nassen Blätter. Immer direkt an die Wurzel gießen, am besten morgens, damit das Laub schnell abtrocknet.

Öfterblühend oder einmalblühend?

Nur öfterblühende Rosen danken dir das Ausschneiden mit einer zweiten Blüte. Einmalblühende Sorten (viele alte Rosen und Ramblerrosen) blühen pro Saison nur einmal – bei ihnen kannst du die Hagebutten getrost stehen lassen, sie sind im Herbst ein schöner Schmuck und Vogelfutter zugleich.

Robuste Lieblinge für jeden Garten

Du möchtest dein Rosenbeet erweitern? Container-Rosen lassen sich auch jetzt im Juni problemlos pflanzen. Besonders pflegeleicht und gesund sind ADR-prämierte Sorten. Ein duftender Klassiker für die Rankhilfe ist die Kletterrose „New Dawn“, die unermüdlich und zart duftend blüht. Für das Beet lohnt ein Blick auf gesunde, öfterblühende Beet- und Edelrosen.

Gärtner Harry gibt einen Tipp

Der Grüne Tipp®

„Wer regelmäßig Verblühtes ausschneidet, hält die Rose nicht nur schön – er nimmt ihr auch die Arbeit, Hagebutten zu bilden. Diese Energie steckt sie stattdessen in neue Knospen. Schere also ruhig öfter durchs Beet, deine Rosen danken es dir mit Blüte um Blüte.“

Hecken schneiden – aber mit Rücksicht

Im Juni haben Hecken ihren ersten kräftigen Austrieb hinter sich und wachsen aus der Form. Ein Schnitt steht an – aber Achtung: Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, und zwar nicht nur gärtnerisch, sondern auch rechtlich.

Wichtig: gesetzlicher Vogelschutz

Zwischen dem 1. März und dem 30. September ist ein radikaler Rückschnitt oder das Auf-den-Stock-Setzen von Hecken gesetzlich verboten (§ 39 Bundesnaturschutzgesetz) – in dieser Zeit brüten Wildvögel. Erlaubt ist ausschließlich ein schonender Form- und Pflegeschnitt – und auch der nur, wenn sich kein bewohntes Nest in der Hecke befindet. Schau also vor jedem Schnitt genau hin!

So gelingt der Formschnitt

  • Trapezform schneiden: unten etwas breiter als oben – so bekommen auch die unteren Zweige Licht und die Hecke verkahlt nicht von unten.
  • Bewölkten Tag wählen: Bei praller Sonne können die frisch geschnittenen Blattränder verbrennen.
  • Scharfes Werkzeug nutzen: Saubere Schnitte heilen schneller und sehen besser aus als ausgefranste.
  • Buchsbaum: Der erste Formschnitt nach dem „Johannistrieb“ (Ende Juni) hält am längsten.

Tomaten & Sommergemüse pflegen

Die Tomaten sind ausgepflanzt, jetzt geht es um die laufende Pflege – und die entscheidet über die Ernte. Wer im Juni dranbleibt, erntet ab Juli körbeweise.

Tomaten in der Spur halten

  1. Regelmäßig ausgeizen: Die Seitentriebe in den Blattachseln bei Stab- und Fleischtomaten ausbrechen, solange sie klein sind. Das lenkt die Kraft in die Früchte. Busch- und Cocktailtomaten müssen nicht ausgegeizt werden.
  2. Anbinden: Die wachsenden Triebe locker an Stab oder Schnur führen, damit sie unter der Fruchtlast nicht abknicken.
  3. Von unten gießen: Gleichmäßig wässern, nie über die Blätter – das beugt der gefürchteten Kraut- und Braunfäule vor.
  4. Mulchen & düngen: Eine Mulchschicht hält den Boden feucht und warm. Als Starkzehrer freuen sich Tomaten jetzt über eine Portion Dünger.

Noch ist Säen möglich

Der Juni ist nicht nur Pflege-, sondern auch Sämonat. Jetzt kannst du noch eine zweite Runde aussten: Buschbohnen, Pflücksalat, Rote Bete, späte Möhren und Radieschen, Mangold und Fenchel. So zieht sich die Ernte bis weit in den Herbst.

Erdbeer- & Beerenernte

Jetzt wird genascht! Im Juni hat die Erdbeere ihren großen Auftritt, und auch die ersten Beerensträucher liefern. Frischer geht’s nicht – direkt vom Strauch in den Mund.

Erdbeeren

Reife Früchte am besten morgens und mit Kelch ernten – dann halten sie länger. Lege Stroh unter die Pflanzen: Das hält die Früchte sauber und beugt Grauschimmel vor.

Ernte: Juni–Juli | Tipp: Stroh unterlegen

Erdbeerpflanzen

Johannis- & Stachelbeeren

Pünktlich zum Johannistag (24. Juni) werden die ersten Johannisbeeren reif. Ernte ganze Rispen statt einzelner Beeren – das schont die Pflanze und geht schneller.

Ernte: ab Ende Juni | Standort: sonnig bis halbschattig

Beerensträucher

Nach der Ernte: Erdbeerbeet pflegen

Wenn du deine Erdbeeren nicht vermehren möchtest, entferne die Ausläufer – so steckt die Pflanze ihre Kraft in die Fruchtbildung. Möchtest du Jungpflanzen für nächstes Jahr ziehen, lass die kräftigsten Ausläufer stehen und bewurzle sie in kleinen Töpfen.

Sommerblumen & Balkon: Dauerblüte sichern

Balkonkästen und Kübel sind bepflanzt – jetzt geht es darum, die Blüte bis zum Frost am Laufen zu halten. Das Geheimnis heißt: regelmäßig ausputzen, gießen und düngen.

Drei Handgriffe für endlose Blüte

  • Ausputzen (Deadheading): Verblühtes regelmäßig entfernen. So steckt die Pflanze keine Energie in Samen, sondern bildet immer neue Blüten. Besonders dankbar: Geranien, Petunien, Zauberglöckchen und Verbenen.
  • Düngen: Blühfreudige Kübelpflanzen sind hungrig. Ein- bis zweimal pro Woche mit Blühpflanzendünger versorgen – oder gleich auf Langzeitdünger setzen.
  • Gießen mit System: Im Kübel trocknet die Erde schnell aus. An heißen Tagen morgens und abends kontrollieren – Geranien wollen im Hochsommer manchmal zweimal täglich Wasser.

Stauden im Juni – Stützen & Chelsea Chop

Das Staudenbeet schießt jetzt in die Höhe. Damit es auch bei Sommergewittern eine gute Figur macht und möglichst lange blüht, lohnen sich zwei einfache Handgriffe.

Rechtzeitig stützen

Hohe, schwere Blüher wie Rittersporn, Hohe Phlox, Sonnenhut oder Pfingstrosen kippen nach dem ersten Regen leicht um. Stütze sie, solange sie noch aufrecht stehen – später bekommst du die Triebe kaum noch unauffällig zurück. Staudenhalter oder ein Reisiggeflecht wirken am natürlichsten.

Der „Chelsea Chop“

Spätblühende Stauden wie Astern, Fetthenne (Sedum) oder Indianernessel kannst du jetzt um etwa ein Drittel einkürzen. Klingt mutig, wirkt aber Wunder: Die Pflanzen verzweigen sich, werden buschiger, standfester und blühen etwas später, dafür reicher. Frühsommerblüher wie Storchschnabel dürfen nach der Blüte bodennah zurück – oft folgt ein zweiter Flor.

Bewässerung clever angehen

Die ersten heißen Tage kündigen sich an – und damit das Thema Wasser. Wer richtig gießt, spart Wasser, Zeit und Nerven und macht seine Pflanzen gleichzeitig widerstandsfähiger.

Die wichtigsten Gießregeln

  • Morgens gießen: Dann verdunstet am wenigsten, und die Blätter trocknen tagsüber ab – das beugt Pilzkrankheiten vor.
  • Selten, aber durchdringend: Lieber zweimal pro Woche kräftig als jeden Tag ein bisschen. So wurzeln die Pflanzen tief und kommen besser durch Trockenphasen.
  • Mulchen: Eine Schicht aus Rasenschnitt, Stroh oder Rindenmulch hält die Feuchtigkeit im Boden und spart bis zu einem Drittel Gießwasser.
  • Regenwasser nutzen: Eine Regentonne füllt sich schneller, als man denkt – und Pflanzen lieben das kalkarme, temperierte Wasser.

Der Johannistag – der Stichtag im Juni

Der 24. Juni, der Johannistag, ist seit jeher eine wichtige Marke im Gärtnerjahr. Rund um diesen Tag ändert sich einiges im Garten – gut zu wissen, worauf es jetzt ankommt.

  • Rhabarber- und Spargelernte beenden: Ab dem Johannistag heben wir nicht mehr auf. Beide Pflanzen brauchen die zweite Jahreshälfte, um Kraft für die nächste Saison zu sammeln. Eine alte Gärtnerregel, die ihren guten Grund hat.
  • Johannistrieb: Viele Gehölze und Hecken bilden jetzt einen zweiten, kräftigen Austrieb. Der ideale Zeitpunkt für einen Formschnitt – er hält besonders lange.
  • Johannisbeeren: Nicht von ungefähr tragen sie den Namen – jetzt werden sie reif.
Gärtner Harry gibt einen Tipp

Der Grüne Tipp®

„Der Juni verführt dazu, ständig im Garten zu werkeln. Mein Rat: Nimm dir bewusst Zeit, einfach nur dazusitzen und zu schauen. Ein blühendes Beet im Abendlicht, das Summen der Bienen – dafür machen wir das doch alles. Die Arbeit läuft dir nicht weg.“

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