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Gartenkalender

Gartenkalender April – jetzt wird's richtig grün

Blühender Garten im April mit Tulpen und frischem Grün

April im Garten – Tulpen, frisches Grün und jede Menge Tatendrang

Im April explodiert der Garten förmlich! Überall treiben Stauden aus, die ersten Tulpen und Narzissen stehen in voller Blüte und auf der Fensterbank drängen die vorgezogenen Jungpflanzen nach draußen. Gleichzeitig hat der launische April mit seinen Spätfrösten noch die eine oder andere Überraschung parat. Wir zeigen dir, was jetzt im Garten ansteht – und worauf du unbedingt achten solltest.
Inhalt
  1. Achtung Spätfrost – empfindliche Pflanzen schützen
  2. Rasenpflege: Vertikutieren, Düngen, Nachsäen
  3. Stauden teilen und pflanzen
  4. Gemüsegarten – Aussaat und Pflanzung
  5. Dahlien und Sommerblumenzwiebeln setzen
  6. Hecken- und Formschnitt
  7. Kübelpflanzen aus dem Winterquartier holen
  8. Düngen – die erste große Nährstoffgabe

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Spätfröste sind im April noch möglich – empfindliche Pflanzen mit Vlies schützen
  • Jetzt ist die ideale Zeit zum Vertikutieren und Düngen des Rasens
  • Stauden teilen und neu pflanzen – verjüngt die Pflanzen und vermehrt den Bestand
  • Im Gemüsegarten beginnt die Hauptsaison: Kartoffeln, Zwiebeln und Salat ins Beet
  • Dahlienknollen und Gladiolen ab Mitte April in die Erde bringen
  • Kübelpflanzen langsam an die Freiluft gewöhnen – nicht sofort in die volle Sonne stellen

Der April ist ein Monat der Gegensätze: Mal scheint die Sonne warm vom Himmel, dann überrascht ein plötzlicher Kälteeinbruch mit Nachtfrost. Genau diese Unberechenbarkeit macht den April so spannend – und verlangt von dir als Gärtner ein gutes Timing. Wer jetzt klug plant und handelt, legt den Grundstein für einen üppig blühenden und ertragreichen Sommer.

Achtung Spätfrost – empfindliche Pflanzen schützen

Auch wenn die Tage im April schon angenehm warm sein können, sind Nachtfröste bis in den Mai hinein keine Seltenheit. Besonders gefährdet sind frisch ausgetriebene Hortensien, bereits blühende Obstbäume und früh gepflanzte Gemüsejungpflanzen.

Frostschutz für Obstblüten

Stehen deine Obstbäume bereits in Blüte und es wird Frost angekündigt? Dann hilft ein leichtes Gartenvlies, das du locker über die Krone legst. Bei kleineren Bäumen und Beerensträuchern funktioniert das hervorragend. Wichtig: Am Morgen das Vlies wieder abnehmen, damit Bienen und Hummeln bestäuben können!

Faustregel: Frostempfindliche Sommerblumen, Dahlien und Gemüse wie Tomaten, Zucchini und Kürbis dürfen erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) dauerhaft ins Freie. Im April kannst du sie tagsüber zum Abhärten nach draußen stellen – aber abends wieder reinholen.

Gartenvlies

Rasenpflege: Vertikutieren, Düngen, Nachsäen

Der April ist der beste Monat für die große Rasenkur. Dein Rasen hat den Winter überstanden und wächst jetzt aktiv – genau der richtige Zeitpunkt, um ihm eine Frischzellenkur zu verpassen.

Rasenpflege in 5 Schritten
1
Mähen: Den Rasen zunächst auf ca. 4 cm Höhe mähen, damit du beim Vertikutieren gut an die Grasnarbe kommst
2
Vertikutieren: Mit dem Vertikutierer in Längs- und Querbahnen über die Fläche fahren – dabei Rasenfilz und Moos entfernen
3
Nachsäen: Kahle Stellen mit Rasensamen auffüllen und leicht einharken
4
Düngen: Einen stickstoffbetonten Rasendünger gleichmäßig ausbringen
5
Wässern: Bei Trockenheit regelmäßig beregnen, bis die Nachsaat gekeimt ist
Rasensamen Rasendünger

Stauden teilen und pflanzen

Der April ist die perfekte Zeit, um Stauden zu teilen. Durch das Teilen verjüngst du ältere Pflanzen, die in der Mitte kahl werden, und gewinnst gleichzeitig neue Pflanzen für andere Beetstellen oder zum Verschenken an Gartennachbarn.

Welche Stauden jetzt teilen?

Die Faustregel lautet: Sommerblüher werden im Frühjahr geteilt, Frühjahrsblüher erst nach der Blüte im Herbst. Im April kannst du also bedenkenlos Phlox, Astern, Taglilien, Sonnenhut und Rittersporn teilen. Einfach ausgraben, mit dem Spaten zerteilen und die Teilstücke sofort wieder einpflanzen und gut wässern.

Auch der Kauf neuer Stauden lohnt sich jetzt besonders: Containerware aus der Gärtnerei wächst im April hervorragend an, weil die Böden bereits erwärmt sind und ausreichend Feuchtigkeit bieten.

Jetzt teilbare Stauden

  • Phlox, Astern, Rittersporn
  • Taglilien, Sonnenhut, Storchschnabel
  • Frauenmantel, Katzenminze, Salbei
Phlox Storchschnabel Rittersporn

Nicht im Frühjahr teilen

  • Frühjahrsblüher erst nach der Blüte teilen
  • Pfingstrosen ungern umsetzen – nur im Herbst
  • Christrosen am besten in Ruhe lassen
Der Grüne Tipp®
Gärtner Harry Tipp

„Geteilte Stauden wachsen am besten an, wenn du sie sofort nach dem Teilen einpflanzt und ordentlich angießt. Lass die Wurzeln niemals austrocknen! Am besten teilst du an einem bewölkten Tag oder in den Abendstunden – so haben die Pflanzen die ganze Nacht zum Eingewöhnen.“

Gemüsegarten – Aussaat und Pflanzung

Im April startet die Hauptsaison im Gemüsegarten. Viele robuste Gemüsearten können jetzt direkt ins Freiland gesät oder als Jungpflanzen gepflanzt werden. Die Bodentemperaturen steigen und die Tage sind lang genug für ein zügiges Wachstum.

Gemüse-Fahrplan April

  • Direktsaat ins Freiland: Möhren, Radieschen, Erbsen, Spinat, Mangold, Rote Bete, Pastinaken
  • Pflanzung ins Freiland: Kartoffeln legen, Steckzwiebeln und Knoblauch setzen, Salat und Kohlrabi auspflanzen
  • Voranzucht auf der Fensterbank: Kürbis, Zucchini und Gurken jetzt aussäen (für die Pflanzung nach den Eisheiligen)
  • Kräuter: Petersilie, Schnittlauch und Dill direkt aussäen; Basilikum und Rosmarin noch auf der Fensterbank halten
Kartoffeln richtig legen

Kartoffeln kommen ab Mitte April in den Boden. Lege die vorgekeimten Knollen in ca. 10 cm tiefe Furchen mit einem Abstand von 30 – 35 cm. Der Reihenabstand sollte mindestens 60 cm betragen. Sobald das Kraut ca. 15 cm hoch ist, häufelst du Erde an – das fördert die Knollenbildung und schützt vor grünen Stellen.

Saatgut Pflanzkartoffeln Steckzwiebeln

Dahlien und Sommerblumenzwiebeln setzen

Ab Mitte April dürfen Dahlienknollen zurück in die Erde. Wähle einen sonnigen Platz mit lockerem, nährstoffreichem Boden. Die Knollen werden so tief gesetzt, dass sie etwa 5 cm mit Erde bedeckt sind. Der Triebansatz zeigt dabei nach oben.

Auch Gladiolen, Lilien, Begonien und andere Sommerblumenzwiebeln kommen jetzt in den Boden. Pflanze sie gestaffelt über mehrere Wochen, dann verlängerst du die Blütezeit deutlich – statt eines kurzen Feuerwerks hast du so wochenlang frische Blüten.

Dahlien
Knollen ab Mitte April setzen, ca. 5 cm tief. Stützstab direkt beim Pflanzen mit einsetzen, um die Wurzeln später nicht zu verletzen.
Pflanztiefe: 5 cm | Abstand: 60 – 80 cm
Dahlien
Gladiolen
Knollen 10 – 12 cm tief pflanzen. Gestaffelte Pflanzung alle 2 Wochen bis Mai sorgt für eine verlängerte Blütezeit von Juli bis Oktober.
Pflanztiefe: 10 – 12 cm | Abstand: 15 – 20 cm
Gladiolen
Lilien
Zwiebeln ca. 15 cm tief in humosen, gut durchlässigen Boden setzen. Staunässe unbedingt vermeiden – eine Drainage aus Sand oder Kies unter der Zwiebel hilft.
Pflanztiefe: 15 cm | Abstand: 20 – 30 cm
Lilien

Hecken- und Formschnitt

Immergrüne Hecken aus Kirschlorbeer, Eibe oder Thuja erhalten jetzt ihren ersten Formschnitt des Jahres. Schneide am besten an einem bedeckten Tag, damit die frisch geschnittenen Blätter nicht in der prallen Sonne verbrennen.

Vogelschutz beim Heckenschnitt

Vom 1. März bis 30. September ist laut Bundesnaturschutzgesetz ein radikaler Rückschnitt von Hecken und Gehölzen verboten, um brütende Vögel zu schützen. Leichte Form- und Pflegeschnitte sind jedoch erlaubt. Prüfe deshalb vor jedem Schnitt, ob Vögel in deiner Hecke nisten – ist das der Fall, verschiebe den Schnitt auf einen späteren Zeitpunkt.

Laubabwerfende Hecken wie Hainbuche, Liguster oder Rotbuche treiben im April kräftig aus. Hier kannst du den ersten leichten Formschnitt vornehmen, sobald der Neuaustrieb einige Zentimeter lang ist. Schneide die Hecke dabei trapezförmig – unten breiter als oben – damit auch die unteren Triebe genug Licht bekommen.

Heckenpflanzen Heckenscheren

Kübelpflanzen aus dem Winterquartier holen

Oleander, Schmucklilie, Olivenbäumchen und Co. haben den Winter hoffentlich gut im kühlen Quartier überstanden. Ab Mitte April kannst du sie langsam an die Freiluft gewöhnen – aber Vorsicht: Sofortiges Aufstellen in der prallen Sonne führt zu Blattverbrennungen!

Kübelpflanzen richtig auswintern
1
Pflanzen zunächst an einen schattigen, geschützten Platz stellen
2
Über 5 – 7 Tage langsam an mehr Sonne gewöhnen
3
Vertrocknete und kranke Triebe zurückschneiden
4
In frische Kübelpflanzenerde umtopfen, falls nötig
5
Erste Düngergabe verabreichen und regelmäßig gießen
6
Bei Spätfrostgefahr über Nacht mit Vlies abdecken oder kurzfristig ins Haus holen
Kübelpflanzenerde

Düngen – die erste große Nährstoffgabe

Im April starten Stauden, Rosen, Obstgehölze und Beerensträucher richtig durch – und brauchen dafür ordentlich Nährstoffe. Jetzt ist die Zeit für die erste große Düngung des Jahres.

Düngung im Überblick

  • Rosen: Spezial-Rosendünger oder gut verrotteten Kompost rund um die Pflanze verteilen und leicht einharken
  • Stauden: Eine Handvoll Hornspäne pro Quadratmeter reicht bei den meisten Stauden aus
  • Obstgehölze: Kompost und organischen Volldünger im Kronenbereich ausbringen
  • Beerensträucher: Kaliumbetonter Dünger fördert die Fruchtbildung
  • Rasen: Stickstoffbetonter Rasendünger für sattes Grün und dichtes Wachstum
Organisch oder mineralisch?

Organische Dünger wie Hornspäne, Kompost oder Schafwollpellets werden von Bodenorganismen langsam in pflanzenverfügbare Nährstoffe umgewandelt. Sie wirken nachhaltiger, verbessern die Bodenstruktur und es besteht kaum Überdüngungsgefahr. Mineralische Dünger wirken schneller, sollten aber sparsam und gezielt eingesetzt werden.

Dünger & Pflanzenschutz Hornspäne Rosendünger

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